Bürgergilde unterstützt Jugendarbeit
Spenden aus der Hauptmannslade ausgeschüttet
Wilster

Am 21. Mai 2012 hatte die Bürger-Schützen-Gilde Wilster die Hauptmannslade ins Leben gerufen. Damit hatten sich die Gildebrüder zum Ziel gemacht, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen und vor allem die Jugendarbeit zu unterstützen. Das haben Hauptmann Heino Junge sowie die beiden Gildeschreiber Gerd Martens und Klaus Kröger mit einer Spendenübergabe im Alten Rathaus nun schon zum dritten Mal vollzogen, und diesmal jeweils 150 Euro an den Förderverein Historische Rathäuser, an den Förderverein der Kindertagesstätte Schwalbennest und an die Schachfreunde Wilstermarsch übergeben. Die Spenden nahmen Susanne Lindemann und Natascha Böhnisch für den Kita-Förderverein, Holger Stamm für den Rathaus-Förderverein und Volker Brandt für die Schachfreunde entgegen.

In diesem Jahr kamen erneut rund 1000 Euro an Spenden zusammen, gestiftet von mehreren Gildebrüdern und insbesondere vom jeweiligen Hauptmann. Aber auch außenstehende Förderer können Geldbeträge an die Hauptmannslade überweisen. Geldgeber werden ab einer 50-Euro-Spende im Internet namentlich genannt. Auf Wunsch des Gebers kann aber auf eine solche Veröffentlichung verzichtet werden.

Die Satzung sieht vor, dass 50 Prozent des jährlichen Spendenaufkommens für soziale Zwecke der Jugendarbeit unterschiedlichster Vereine und Einrichtungen ausgeschüttet werden. Hinzu kommen eigentlich auch die aufgelaufenen Zinsen, die allerdings bei dem gegenwärtigen Zinsniveau gen Null tendieren. Die anderen 50 Prozent verbleiben auf dem Sonderkonto.

Mit ihren jährlichen Ausschüttungen möchte die Bürgergilde ihre Verbundenheit zur Bevölkerung der Stadt Wilster und der umliegenden Gemeinden zum Ausdruck bringen. „Die Gilde würde sich freuen, wenn die Bevölkerung noch mehr als bisher an den Gildefeierlichkeiten teilnimmt und beim Gildefest auch die Schleswig-Holstein-Fahne an ihren Häusern aufzieht", so der Wunsch des Gildeschreibers.
Jochen Schwarck

Eingangstür zum Naturkundemuseum erneuert

Carmen Galba berichtet aus Wilster

 

Der Eingang zum Naturkundemuseum im Alten Speicher neben dem historischen Rathaus erstrahlt im neuen Glanz! Zu verdanken ist es das dem Verein zur Erhaltung der historischen Rathäuser in Wilster und der Tischlerei von Wolfgang Schulz. Die Gestaltung der mit schmiedeeisernen Beschlägen verzierten Eingangstür wurde detailliert mit dem Landesdenkmalamt abgestimmt. Das Türblatt wurde originalgetreu vom Tischler erneuert, die alten Beschläge komplett überarbeitet.

Die sonstigen Einrichtungen des Naturkundemuseums konnten in den letzten Jahren oftmals mit erheblicher Hilfe der Bingo-Lotterie finanziert werden. Doch fördert Bingo mit seinem Programm die besondere Ausstattung, nicht aber den Baukörper selbst oder Teile dessen. So sprang dankenswerterweise der Förderverein Historische Rathäuser in Wilster e. V. ein und ermöglichte die Erneuerung. Auch Tischler Wolfgang Schulz half mit einer besonders fairen Preisgestaltung bei dem Projekt mit. Nun können sich alle an der neuen "Eintrittskarte des Hauses" erfreuen - ein gelungener Anfang für die Sanierung der stark verwitterten Fenster und Türen wie auch des sanierungsbedürftigen Fachwerks an dem historischen Speichergebäude im Herzen der Stadt.

Zum Naturschutzverein Ortsgruppe Wilster sei ansonsten noch anzumerken: Die Winterpause beginnt. Zwar ist das Museum zum nächsten verkaufsoffenen Sonntag am 9. November von 12 bis 17 Uhr geöffnet, danach tritt jedoch die Winterpause in Kraft. Erst im April 2015 gibt es wieder reguläre Öffnungszeiten.

Das letzte Treffen der Kinder- und Jugendgruppe ist in diesem Jahr am Donnerstag, dem 27. November. Auch sie wird danach bis zum Frühjahr 2015 pausieren.

 

Denkmalpflege für die Rathaussanierung
Wilster

Anfang September hatte das Landesamt für Denkmalpflege für die Restaurierungsarbeiten im Neuen Rathaus noch Fördergelder in Höhe von 60 000 bis 65 000 Euro in Aussicht gestellt – jetzt liegt der Stadt der Bewilligungsbescheid über 65 000 Euro vor. Das Projekt muss allerdings noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Die Fördersumme ist für die Restaurierung der hochwertigen, zurzeit aber noch verdeckten Ausmalungen unter anderem an den Wänden und Türen des Gartensaales bestimmt.

Für die Restaurierung des Gartensaales liegt eine Kostenschätzung in Höhe von rund 79 000 Euro des Restaurators Jarek Kulicki vor. Darüber wurde bereits in der vorigen Bauausschuss-Sitzung berichtet. Die Arbeiten werden in einen großen Bauabschnitt noch in diesem Jahr und in einen zweiten kleinen Bauabschnitt im Jahr 2015 aufgeteilt. Das Landesamt stellt laut Amtsverwaltung den Differenzbetrag für das nächste Jahr in Aussicht, dafür soll ein gesonderter Fördergeldantrag an das Landesamt gestellt werden. Die Stadt Wilster wird hier nicht zur Kasse gebeten.

Auch die Mehrkosten, die durch bei der Sanierung entdeckte weitere Schäden am Gebäude entstanden sind, übernimmt die Denkmalpflege. Wie ebenfalls schon im Bauausschuss dargestellt, waren in den Außenwänden aufliegende Balkenköpfe der Erdgeschossdecke stark angegriffen. Dadurch war die Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet. In Zusammenarbeit mit Architektin, Statiker und Denkmalschutz wurde ein Konzept für die Sanierung entwickelt. Das Landesamt für Denkmalpflege in Kiel stellte kurzfristig zirka 40 000 Euro in Aussicht – und bewilligte auch das Geld Ende August. Allerdings war Eile geboten, daher musste vorzeitig mit den Bauarbeiten begonnen werden. Bürgermeister Walter Schulz traf die Eilentscheidung für die Vergabe der notwendigen Zimmerer- und Maurerarbeiten. Bei einer Enthaltung stimmten die Ratsmitglieder in ihrer jüngsten Sitzung zu. „Wir sind einen großen Schritt weitergekommen", betonte der Bürgermeister angesichts der Förderung durch das Landesamt für Denkmalpflege. „Wir hoffen, im nächsten Jahr mehr machen zu können", fügte er hinzu.rg

 

Nach der Auflösung des Heimatbundes der Neuteicher in Wilster fand am Wochenende zum vierten Mal der Neuteicher Stammtisch statt. Man traf sich im Hotel-Restaurant Stücker's am Markt. Helmut Jacobs hatte die Zusammenkunft als Vorsitzender des Fördervereins für die Patnerschaft zwischen Wilster und dem polnischen Nowy Staw (früher Neuteich) vorbereitet. „Ich habe diese Treffen in der Vergangenheit immer organisiert und Leute eingeladen, von denen ich wusste, dass sie kommen, auch weil sie nicht zu weit entfernt wohnen", sagte er. Diesmal waren etwa 20 ehemalige Neuteicher nach Wilster gereist – aus Krempe, Neumünster, Kiel, Schenefeld bei Hamburg und Hamburg sowie aus Nordrhein-Westfalen.

„Es sind überraschend viele gekommen, im vergangenen Jahr waren es nur um die zehn Leute", so Jacobs. Viele von ihnen seien auch Mitglieder im Förderverein, von dem sich auch einige Wilsteraner an dem Treffen beteiligten. Auch Bürgermeister Walter Schulz hieß die Gäste in Wilster willkommen.

Für die gebürtigen Neuteicher gab es dabei diesmal einen besonderen Höhepunkt: Seit kurzem sind die Neuteicher Stuben im Alten Rathaus – von Archivar Christian Boldt und dem ehemaligen Stadtarchivar Harald Bürger gestaltet – neu eröffnet worden (wir berichteten). Die meisten der Besucher, denen es noch möglich war, über die Treppen ins zweite Obergeschoss zu gelangen, nutzten die Gelegenheit zu einer Besichtigung und damit auch zu der Begegnung mit der Vergangenheit.

Die Ausstellungsstücke stammen aus dem Fundus des Heimatbundes der Neuteicher, dieser ging bei dessen Auflösung an die Stadt Wilster über, ebenso wie das Vermögen der Organisation zweckgebunden für die Pflege der Neuteicher Stuben. „Es sind ja sehr viele Fotos dort, aber es gibt ja noch mehr – auch ganz alte Alben", sagte Ingried Jacobs aus Kiel. Sie fand die neu gestalteten Stuben sehr schön, ebenso Edith Kaiser aus Ahlen in Nordrhein-Westfalen.

Edith Kaiser ist mit ihrem Ehemann erst seit ein paar Jahren bei den Treffen dabei. „Es tut uns leid, dass wir nicht früher von diesen Treffen gewusst haben." Erst durch Internetrecherche hatte das Ehepaar vom Neuteicher Treffen in Wilster erfahren. Nun fahren sie gerne hier her, die Treffen seien interessant – und stecken voller Erinnerungen. Diesmal auch geweckt durch die vielen Fotos in den Neuteicher Stuben. „Wir mussten damals weg, mein Vater hat mit meiner Mutter geschimpft, dass sie Fotos mitgenommen hat", erzählte Edith Kaiser in Gedanken an Flucht und Vertreibung aus Neuteich.

Es hätte doch wichtigere Dinge mitzunehmen gegeben. Schnell mussten Kleidung und Essen gepackt werden – die Kleidung wurde im „Zwiebellook" getragen. Denn: „Es war Winter und wir wussten nicht wohin", ergänzte Ingried Jacobs. Beide waren noch Kinder – und beide erlebten auch Bombenangriffe auf Danzig.

„Es ist ein furchtbares Gefühl, wenn man im Keller sitzt und hört, wie das Dach runterkommt", so Ingried Jacobs. „Als Kind habe ich so viel Angst gehabt und mir immer gewünscht, dass wir Frieden kriegen." Darüber und über noch vieles mehr kamen die Teilnehmer des Treffens ins Gespräch.

Begonnen hatte dieses mit einem Bilderabend, an dem Helmut Jacobs insbesondere Fotos von der Reise des Fördervereins nach Nowy Staw im Mai dieses Jahres zeigte. Der Sonnabend wurde dazu genutzt, die Stadt zu erkunden und durch die Geschäfte zu bummeln. Das Alte Rathaus war sowohl an dem Tag als auch noch einmal am Sonntag Ziel einiger Teilnehmer – um sich noch einmal in Ruhe die Neuteicher Stuben anzuschauen. „Es ist wirklich erstaunlich wie Wilster sich einsetzt", lobte Ingried Jacobs, deren Bruder Klaus Dirschauer der frühere ehrenamtliche Geschäftsführer des Heimatbundes war. Und sie fand: „Wilster hat viel Ähnlichkeit mit Neuteich." Ilke Rosenburg

 

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