Ines Güstrau berichtet

Mit Stolz präsentierte Restaurator Jarek Kulicki seine Arbeiten im Neuen Rathaus in Wilster. Anlass war der Besuch von Schleswig-Holsteins Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW), die sich zuvor für die freundliche Begrüßung bei Bürgermeister Walter Schulz und allen Anwesenden bedankte.

Verursacht durch einen Wasserschaden vor einigen Jahren, lösten sich im Obergeschoss des Gebäudes die Tapeten von den Wänden. Was darunter zum Vorschein kam – wunderschöne und sehr gut erhaltene Wandmalereien, Stuck und goldene Verzierungen – überraschte alle. Im gleichen Zuge wurde jedoch auch festgestellt, dass massiver Schwammbefall die Statik des Gebäudes gefährdet. Vor drei Jahren konnte, dank bereitgestellter Fördergelder der Deutschen Stiftung Denkmalschutz des Bundesministeriums für Kultur und Medien sowie des Landesamtes für Denkmalpflege, mit der Restauration des alten Gebäudes begonnen werden. In enger Zusammenarbeit mit Dr. Berthold Köster, Landesamt für Denkmalpflege, und Beate von Malottky, Kreisdenkmalamt, erstellte Architektin Christine Scheer die Kostenprognose für die notwendigen Arbeiten sowie die Herstellung der verborgenen Schätze. „Frau Scheer hat bei der Kostenberechnung eine Punktlandung geleistet", lobte Walter Schulz die Architektin für ihre genaue Kostenvoreinschätzung.

Restaurator Jarek Kulicki führte die Delegation, zu der auch der leitende Verwaltungsbeamte Heiko Wiese und Mathias Carstens, Hochbauabteilung Amt Wilstermarsch, gehörten, durch jeden Raum und zeigte jeweils Fotos vom vorherigen Zustand. Jeder Raum hat durch die Restaurierung einen unglaublichen Wandel erfahren und die Besucher erlebten eine kleine Zeitreise. Das ehemals Doos´sche Palais wurde im 18. Jahrhundert vermutlich durch den Architekten Ernst Georg Sonnin erbaut, und die wohlhabende Familie Doos zeigte viel Geschmackbei der Gestaltung der Räumlichkeiten. „Es handelt sich nicht um einfache Wandmalereien", begeisterte Kulicki die Anwesenden. „Hier war ein Künstler am Werk, dessen Name leider nirgendwo vermerkt ist."

Durch die Arbeiten wurden auch kleine Geheimnisse offenbart. So wurde beim Aufnehmen der Holzfußböden festgestellt, dass in einem Raum eine kleine Treppe verborgen ist. Sie diente dem „gemeinen Volk" als direkter Zugang zum Büro des Bürgermeisters, als dieser noch Residenzpflicht im Doos´schen Palais hatte. Mit einigen Schwierigkeiten hatte Kulicki jedoch auch zu kämpfen. So ließ sich eine Aluminiumtapete in einem Zimmer nicht mit handelüblichen Mitteln lösen. Durch einige Experimente gelang es ihm, mit einer Chemikalie das Aluminium nebst Kunststoffkleber aufzulösen und in Kleinstarbeit die Tapete von der Wand zu entfernen.

Anke Spoorendonk war begeistert vom gesamten Gebäude und den vorgenommenen Restaurationen. „Man sieht, dass hier mit viel Herzblut gearbeitet wurde", sagte die Kulturministerin. „Für mich ist ein zentrales Thema die Nachhaltigkeit. Dazu gehört die Erhaltung hochwertiger Gebäude und in diesem Haus wurde tolle Arbeit geleistet."

 

 

 

Weitere Beiträge...

  1. 31.01.2017 Zeitungsbericht Wilstersche Zeitung
  2. 30.01.2017 Zeitungsbericht Wilstersche Zeitung
  3. 28.01.2017 Zeitungsbericht Wilstersche Zeitung
  4. 25.01.2017 Zeitungsbericht Wilstersche Zeitung