Willkommen auf der Website des Förderverein Historische Rathäuser in Wilster e.V.

Jungen und Mädchen der Kita Schwalbennest besuchen Naturkundemuseum

Ines Güstrau WILSTER Für die „Großen“ ist das letzte Jahr in der Kindertagesstätte „Schwalbennest“ immer mit besonderen Aktionen verbunden. So besuchen sie zum Beispiel die Polizei, die Feuerwehr oder nehmen an der Einschulungsfeier der Abc-Schützen in der Kirche teil. In diesem Jahr durften die Vorschulkinder das Naturkundemuseum in Wilster besuchen.

Holger Stamm, Vorsitzender vom Förderverein für historische Rathäuser Wilster, freute sich, die vielen Kinder, die in verschiedenen Gruppen das Museum besuchten, zu begrüßen. „Es ist immer wieder schön, wenn die Kinder über die vielen heimischen Tiere und Pflanzen staunen und interessiert Fragen stellen“, erklärte Holger Stamm. Ein wenig traurig macht ihn jedoch, dass von den rund 40 Kindern nur eine Handvoll das Museum bereits kannten. „Es ist so wichtig, den Kindern die Natur nahe zu bringen, und dafür ist unser Museum immer einen kleinen Ausflug wert.“ Besonders beliebt waren die Spiele, bei denen die Kinder verschiedene Vogelstimmen den einzelnen Vögeln zuordnen konnten. Als Highlight konnte Holger Stamm ihnen Aufnahmen aus einem Nistkasten zeigen, der zurzeit von einem Dohlenpaar mit sechs Jungvögeln im Dachbereich des Museums bewohnt ist. Über eine fest installierte Kamera erhielten die Kleinen einen Einblick in das Nest und waren bei der Fütterung der Jungtiere live dabei.

„Auch unser Bienenkasten ist immer wieder ein Hingucker für Groß und Klein“, betonte Stamm. Außerhalb des Museums befindet sich die Einflugschleuse der fleißigen Bienen, und von innen kann das Getummel in der Wabe durch eine Plexiglasscheibe beobachtet werden.

Das Naturkundemuseum befindet sich im historischen Speicher des Alten Rathauses und wurde 1982 gemeinsam von Nabu Wilstermarsch und der Jägerschaft des Hegeringes 7 gegründet. Aus Altersgründen und Mangel an Nachwuchs im Nabu wurde im vergangenen Jahr die Trägerschaft an den Förderverein für historische Rathäuser in Wilster abgegeben, der „diese Aufgabe sehr gern übernommen“ habe, so Stamm. Bis Ende September ist das Museum jeden zweiten Sonnabend im Monat und an den Verkaufsoffenen Sonntagen von 12 bis 17 Uhr geöffnet. „Wenn wir geöffnet haben, ist das immer an unserem weißen Schwan zu erkennen, den wir dann in unserem Eingangsbereich stehen haben“, erklärte Holger Stamm.

WILSTER Der Förderverein Historische Rathäuser in Wilster hat drei neue Broschüren herausgebracht. Mit Wissenswertem zum Alten und Neuen Rathaus sowie zum Naturkundemuseum im Speicher, das der Verein im vergangenen Jahr vom Naturschutzbund-Ortsverein übernommen hatte und nun in Kooperation mit dem Hegering 7 betreut.
Die Broschüren für die Rathäuser sind eine Neuauflage, die vorherigen Exemplare waren schon sieben Jahre alt, erläutert Fördervereinsvorsitzender Holger Stamm. Einiges habe sich doch verändert. So wie beispielsweise im Neuen Rathaus die Gestaltung des grünen Salons. Die im gleichen Stil gedruckte Broschüre für das Museum im Speicher hinter dem Alten Rathaus informiert über alles, was im Bereich Fauna und Flora in der Wilstermarsch interessant ist, in Wort und Bild. Die Hefte liegen öffentlich aus.

„Es ist wirklich enorm, was die Nabu-Gruppe unter der Leitung von Christa und Peter Kock hier geschaffen hat“, zeigt sich Stamm begeistert. Eine Ausstellung, die unbedingt erhalten werden müsse, unterstreicht er. Während er vom Erdgeschoss über die erste Etage bis ins Dachgeschoss geht, weist er auf die eindrucksvollen Tierpräparate von der Fuchsfamilie über Weißwangengänse bis hin zu Hase und Reh in liebevoll gestalteter Landschaftsnachbildung hin. Zudem ist ein Unterwasserbiotop mit verschiedenen Fischen zu sehen, und die Besucher können ein echtes Bienenvolk erleben. Beobachtet werden kann via Kamera zudem eine Dohlenfamilie, die hoch oben auf dem Dachboden nistet.

Geöffnet hat das Naturkundemuseum jeden zweiten Sonnabend im Monat von 10 bis 12 Uhr, darüber hinaus können Führungen auch für Gruppen vereinbart werden. In diesem Monat haben sich übrigens Gruppen aus der Kita Schwalbennest zum Besuch angemeldet. Während der Öffnungszeiten betreuen aus dem Förderverein Harald und Margrit Kestermann, Christa Starke, Barbara Ackermann und Holger Stamm das Museum und führen auch durch die Ausstellung. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben. „Aber wir freuen uns über Spenden“, so Stamm. Die würden zur Unterhaltung und Erweiterung des Museums benötigt.
Der Förderverein hat übrigens in dem alten Speicher die Sanitäranlage im Erdgeschoss renoviert – und im Alten Rathaus werden gerade für die Bibliothek neue feuerfeste Vorhänge angefertigt. Außerdem weist Stamm darauf hin, dass der Verein gerade auf der Suche nach Porzellanfiguren aus der Biedermeierzeit ist. Sie sollen den Spiegelsaal im Neuen Rathaus zieren.
rg Informationen/Kontakt unter www.rathausverein-wilster.de

 Broschüre Naturkundemuseum

Präsentiert die Info-Blätter zu Speicher und Rathäusern:
Fördervereinsvorsitzender Holger Stamm.
FOTO: ILKE ROSENBURG

Ulf Güstrau berichtet
Wilster verfügt mit dem Alten und Neuen Rathaus sowie dem Naturkundemuseum im historischen Speicher über drei besondere historische Bauwerke. Der Förderverein „Historische Rathäuser in Wilster" hat in diesem Jahr für alle drei Bauwerke neue Flyer entworfen und drucken las­sen. Fördervereinsvorsitzender· Holger Stamm hat entspre­chende Infokästen mit den Flyern bei den Denkmälern angebracht. Seit September des letzten Jahres haben die Fördervereinsmitglieder auch die Verwaltung des Natur­kundlichen Museums über­nommen. ,,Vor allem möchte ich Christa und Peter Kock vom NABU für die langjährige Betreuung des Museums dan­ken", sagte Holger Stamm. Vom Förderverein haben sich Harald und Margrit Kes­termann, Christa Starke, Bar­bara Ackermann und Holger Stamm bereiterklärt, das Naturkundliche Museum für Führungen zu öffnen und den Besuchern für nähere Informa­tionen zur Verfügung zu ste­hen.

Das Naturkundliche Museum ist von April bis September je­den zweiten Samstag im Mo­nat, von 10 bis 12 Uhr, sowie an allen verkaufsoffenen Sonntagen geöffnet. Selbstver­ständlich kann das Museum nach Absprache mit der Wils­termarsch Service GmbH oder direkt mit Holger Stamm auch zu anderen Zeiten besichtigt werden. Aktuell kann über ei­ne an einem Dohlen-Nest in­stallierte Kamera der gerade geschlüpfte Nachwuchs beob­achtet werden. Auf drei Eta­gen wird in mehreren nachge­stellten Biotopen die Tier- und Pflanzenwelt unserer Heimat gezeigt. Naturnah können die Besucher auch die Arbeit ei­nes Bienenvolks in einem durchsichtigen Bienenkasten verfolgen. ,,In diesem Monat werden wir noch Führungen mit den Kindern der Kin­dertagesstätte Besichtigungen durchführen", berichtete Holger Stamm. Die nächste Öffnung des Naturkundemuseums ist Samstag, 18. Mai. Auch an anderen Stellen ist der Förderverein aktiv. Im alten Speicher wurden die Sanitäranlagen renoviert und für die Bibliothek lässt der Verein derzeit neue feuerfeste Vorhänge anfertigen. Zudem werden für den Spiegelsaal im Neuen Rathaus Porzellanfiguren aus der Biedermeierzeit gesucht. Holger Stamm freut sich über eine Kontaktaufnahme. Der Verein zahlt natürlich auch für entsprechende Figuren. Abschließend möchte Holger Stamm noch auf die Jahreshauptversammlung des Fördervereins am Freitag, 21. Juni, hinweisen. Die Versammlung findet im Alten Rathaus statt.

Holger Stamm am Eingang des Museums mit den neuen Flyern des Fördervereins.

 Flyer Naturkundemuseum

 Flyer Altes Rathaus

 Flyer Neues Rathaus

 

 

 

Fenster Altes Rathaus

Wilster Ein Hobby-Imker hat gestern Nachmittag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Er wollte ein im Nabu-Speicher hinter dem Alten Rathaus untergebrachtes Bienenvolk überprüfen und setzte dazu einen so genannten Smoker ein. Mit dem so erzeugten Rauch wird das aus rund 40 000 Bienen bestehende Volk beruhigt. Dabei wurde allerdings die empfindliche Brandmeldeanlage in dem historischen Gebäude ausgelöst und Minuten später rückten rund 20 Helfer an. Die Bienen selbst blieben davon völlig unbeeindruckt. vm

Gehört zum Eröffnungszeremoniell wie Einläuten und Luftballons: Marktmeister Lars Bleker reicht Bürgermeister Walter Schulz einen Humpen mit Hamburger Bier. Foto Mehmel

Helmut Jacobs Wilster Die alte Tradition, den Wilster-Jahrmarkt mit Hamburger Bier einzuläuten, ließ der frühere Klever Gastwirt Werner Hell wieder aufleben. Er überreichte 1964 dem Bürgermeister das Hamburger Bier in einem alten Zinnkrug mit den Worten: „Herr Bürgermeister, im Namen der Bevölkerung und der Gastronomie von Stadt und Land möchte ich Ihnen für Ihre Großzügigkeit danken, indem Sie uns für die fünf Jahrmarktstage das berühmte Hamburger Bier genehmigt haben. Ich möchte Sie bitten, aus dem von mir kredenzten alten Krug den ersten Schluck zu trinken, um hiermit zu dokumentieren, dass ab sofort das Hamburger Bier freigegeben ist. Möge uns der so wunderbare Wilster Jahrmarkt in unserer so geliebten Marschenstadt noch recht lange erhalten bleiben. Möge Gott Ihnen und Ihren Mitarbeitern ein langes Leben bei bester Gesundheit zum Wohle der Stadt und seiner Bevölkerung geben.“

Im Alten Rathaus ist seit 1588 in der Kämmereistube die alte Bursprak aufgeschrieben. Es war das Gesetz der Stadt Wilster, nach der sich alle Bürgerinnen und Bürger zu richten hatten. In der Bursprak ist unter anderem festgelegt, dass während der Jahrmarktstage Hamburger Bier von jedem Wirt ausgeschenkt werden durfte. Außerhalb der Marktzeit war dieses nur den Pächtern der drei Hamburger Bierschenken erlaubt.

Um 1600 lag die Bevölkerung Wilsters bei 1500 bis 1700 Einwohnern. Es gab 50 Bierbrauereien, eine Weinstube und drei Hamburger Bierschenken. Das Bier war nicht nur zum Trinken da, sondern wurde in Form von Biersuppe als Nahrungsmittel genutzt.

Was hat es mit dem Hamburger Bier auf sich? Während im Mittelalter Wein als prestigeträchtiges Getränk galt, war Bier in vielen Gegenden Europas Volksgetränk. Zum Brauen wurden alle vorhandenen Getreidearten verwendet und das Bier wurde mit unterschiedlichen Kräutermischungen hergestellt. Im 12. Jahrhundert wurde Hopfen hinzugesetzt, um das Bier haltbarer und exportfähig zu machen. Es gab in der Zeit auch viele bierbrauende Mönche. Die Ordensbrüder arbeiteten kontinuierlich daran, den Geschmack des Bieres zu verbessern und sie wollten ein besonders nahrhaftes Bier herstellen.

Das war ihnen wichtig, um die harten Einschränkungen der kargen Fastenzeit umgehen zu können, denn „was flüssig ist, bricht kein Fasten“, lautete die Regel. Viele Klöster wurden durch ihre Braukunst wohlhabend und berühmt.

Die 1358 im Hansebund zusammengeschlossenen Städte erlebten einen Aufschwung in Sachen Bier. Hamburg war lange Zeit mit rund 600 Brauereinen „das Brauhaus der Hanse“. Das Hamburger Bier, das nach einem Geheimrezept unter Hinzugabe von Hopfen hergestellt wurde, war besonders schmackhaft. Etwa die Hälfte der Produktion wurde exportiert.

In Wilster wurde allerdings auch viel Bier gebraut. Ein großer Teil der Bevölkerung lebte davon. Das Brauen und der Verkauf waren an bestimmten Privilegien gebunden. Mit einer strengen Reglementierung wollten die Obrigkeiten einerseits den Brauberechtigten das Einkommen sichern und andererseits dafür sorgen, dass kein fremdes Bier getrunken wurde, für das man keine Steuern bezahlen musste. Die Biersteuer war für die Stadt eine wichtige Einnahmequelle. Auf dieses Geld wollte die Stadt nie gern verzichten.

Im Stadtarchiv ist nachzulesen, dass 1644 die Wirtin Elsabe Hasse angeklagt war, unerlaubt Hamburger Bier ausgeschenkt zu haben. Sie schwört einen „Eydt“, dass sie seit dem Michaelis-Markt kein Hamburger Bier „ausgezapfet habe, so wahr ihr Gott helfe“.