Willkommen auf der Website des Förderverein Historische Rathäuser in Wilster e.V.

Carmen Galba berichtet

Es ist immer wieder ein Erlebnis, sich im Naturkundlichen Museum im Historischen Speicher in Wilster, dem Gebäude neben dem Alten Rathaus, von der Tier- und Pflanzenwelt verzaubern zu lassen. Auf drei Etagen können die Besucher in mehreren nachgestellten Biotopen die Tier- und Pflanzenwelt dieser Region erleben. Da schweben Weißwangengänse über die Köpfe hinweg, Singdrossel, Buchfink und Kohlmeise sind zu betrachten, der optisch nur kleine Unterschied zwischen Marderhund und Waschbär zu ergründen und vieles mehr. Der Vogel des Jahres, dieses Jahr ist es der Star, wird in einem eigens dafür vorgesehenen Schaukasten vorgestellt. Die Mitglieder des Hegerings und des NABU geben gerne fachkundliche Auskünfte zum heimischen Tierschutz und zu den Ausstellungsteilen.

Damit all das stets in guter Qualität zu besichtigen ist und auf einem aktuellen Stand gehalten wird, bedarf es viel ehrenamtlichen Einsatzes der Vereine Naturschutzbund und Hegering – und selbstverständlich auch nicht unerheblicher finanzieller Mittel.

In den letzten Monaten bekamen die Ausstellungsgruppen Nachwuchs. Der Storch im Erdgeschoss bekam ein neues Storchenküken, auch die Enten im Obergeschoss können sich mit Nachwuchs brüsten, hier und da sind weitere frische Küken zu sehen, das Trio von Haubentaucher, Gänsesäger und Mittelsäger wurden gegen neue Präparate ausgetauscht, ein stolzer Graureiher kam hinzu. Außerdem wurden, um den vorhandenen Tierbestand zu erhalten, sämtliche Tierpräparate von Milben befreit und optisch aufgefrischt.

Für die Erneuerung und Instandsetzung der Tierpräparate wurde viel ehrenamtliche Engagement sowie finanzielle Mittel im Umfang von 4.200 Euro aufgewendet. Davon übernahm Bingo, die Umweltlotterie, deren Erträge Projekten im Bereich Natur und Umweltschutzes zugutekommen, rund 70 Prozent der Kosten. „Wir danken der Bingo-Lotterie herzlich für die Unterstützung“, sagen Peter Kock, Vorsitzender des NABU in Wilster, und sein fleißiger Mitstreiter Jochen Niemann, „so konnten wir einmal mehr mit der Förderung von Bingo Umweltlotterie unser Museum aufwerten und für die nächsten Jahre bewahren“.

Nach den Bauerhaltungsmaßnahmen an dem Museumsgebäude, dem Historischen Speicher, neben dem Alten Rathaus, ist nun also auch das Naturkundliche Museum wieder frühlingsfrisch aufgewertet.

Die NABU-Ortsgruppe Wilstermarsch ist ein gemeinnütziger Verein mit rund 150 Mitgliedern. Das Domizil des Vereins befindet sich in der Kleingartenanlage des Ortes. In dieser Kleingartenanlage sind auch ein umfangreiches Biotop sowie ein Schmetterlingsgarten angelegt, beides von NABU-Mitgliedern ehrenamtlich gepflegt. Die Ortgruppe unterhält auch das Naturkundliche Museum im Stadtkern von Wilster. Die Tier- und Pflanzenwelt der Wilstermarsch ist auf drei Etagen verteilt. Der Eintritt ist kostenlos, Spenden werden immer gern dankbar entgegengenommen.

Seit April ist das Museum wieder geöffnet. Reguläre Öffnungszeiten sind jeden zweiten Sonnabend im Monat in der Zeit von 10 bis 12 Uhr sowie bei allen Veranstaltungen der Stadt und verkaufsoffenen Sonntagen. Gruppenführungen können nach telefonischer Vereinbarung auch außerhalb dieser Zeiten vereinbart werden. Ein Besuch im Rahmen von Stadtbesichtigungen wird ebenfalls angeboten.

Ansprechpartner für Anmeldungen ist Peter Kock, Telefon 04823 565.

 

 

Naturschützer ziehen sich zurück
Nabu-Gruppe wird die Arbeit zu viel: Stadt, Kleingärtner und Rathaus-Verein wollen Aufgaben übernehmen
Wilster

Peter Kock ist seit 13 Jahren Vorsitzender der Nabu-Gruppe Wilstermarsch. Jetzt aber wird dem 79-Jährigen diese Aufgabe im Naturschutzbund Deutschland allmählich zu schwer. „Ich habe keine Lust mehr“, erklärte er.

 

Die Pflege und Betreuung der Grünanlagen vor dem Naturkundlichen Heimatmuseum im Speicher des Alten Rathauses hat er deshalb an die Stadt Wilster zurückgegeben. Die Pflege der Biotope am Brook und das jährliche Beschneiden der Kopfweiden hat der Kleingärtnerverein übernommen. Für die Betreuung des Museums hat der Rathaus-Förderverein seine Bereitschaft angekündigt. Das teilte Peter Kock in der Hauptversammlung mit. Turnusmäßig stand Beisitzer Uwe Carstensen zur Wahl, der einstimmig wiedergewählt wurde. Die Mitgliederzahl halte sich stabil bei 135 Nabu-Mitgliedern, berichtete Peter Kock. Ein Jahr mit viel Arbeit liege hinter dem Wilsteraner Nabu. Gemeinsam mit der Jugendgruppe, der zwölf Kinder und Jugendliche angehören, habe man im vergangenen Jahr 120 Nistkästen in der Stadt kontrolliert und gereinigt. „Die Kästen sind aber immer weniger belegt“, resümierte Peter Kock. Er schob den schwarzen Peter der Stadt Wilster zu, deren Mitarbeiter insbesondere die Blütensträucher so stark zurückschneiden, dass sie keine Blüten und Beeren mehr trügen. „Wo sollen die Vögel noch Futter finden?“, fragte Kock. Der Nabu habe im Winter rund 160 neue Nistkästen und zwölf Fledermauskästen gebaut. Sie würden jetzt für zehn Euro pro Stück abgegeben.

Peter Kock dankte allen Helfern, ohne die die Vereinsarbeit nicht zu leisten sei. Das Museum sei im letzten Jahr saniert worden und habe deshalb ganzjährig geschlossen bleiben müssen. Einige Tierpräparate seien durch finanzielle Unterstützung der Bingo-Lotterie erneuert worden. In der Wilstermarsch zählte der Nabu im vorigen Jahr 20 Schleiereulenpaare mit 95 Jungtieren und sieben Turmfalkenpaare. Im vergangenen Jahr musste der Nabu seine Finanzreserven angreifen, um die Investitionen bei der Sanierung des Museums tätigen zu können. Wie Schatzmeister Hans-Otto Wulf vortrug, verringerte sich das Vermögen deshalb von knapp 5000 auf 3400 Euro.

Christa Kock, die die Jugendarbeit leitet, kündigte an, dass die monatlichen Treffen in der Vereinslaube an jedem zweiten Donnerstag im Monat von 18 auf 19 Uhr verschoben worden seien. Vor allem das Spielen und Lernen mache dem Nabu-Nachwuchs viel Spaß.

In diesem Jahr seien wieder eine Ausfahrt sowie das Pflanzen eines Baumes zum „Tag des Baumes“ geplant. Der Nabu Wilstermarsch pflegt bei seinem Veranstaltungsangebot nicht nur die Zusammenarbeit mit benachbarten Ortsgruppen des Kreises, sondern hat auch eigene Veranstaltungen im Angebot. Darauf wies Horst Tobias hin. So lädt er am 17. Mai zur Vogelbeobachtung im Kleingarten (19 bis 20 Uhr) und am 14. Juni zur Vogelstimmenwanderung im Herrenmoor (20 bis 21.30 Uhr) ein.

Jochen Schwarck

Neben dem Alten Rathaus befindet sich der Historische Speicher mit dem naturkundlichen Heimatmuseum in Wilster. Mit seinem Fachwerk, der Krananlage, der Klön-Dör und der wieder eingebauten Gefängnistür gibt der Speicher den würdigen Rahmen für die auf drei Ebenen gezeigte Dauerausstellung über die Tier- und Pflanzenwelt der Wilstermarsch.

Gegründet wurde das Museum bereits 1982. Nach einer umfassenden Gebäudesanierung im Jahr 1997 fand die Wiedereröffnung statt. Gründer und Träger sind in sehr guter Zusammenarbeit die Jägerschaft des Hegeringes 7 der Wilstermarsch und der NABU Wilstermarsch. Auch an diesem wertvollen alten Gebäude besteht wieder Sanierungsbedarf.

Das "Naturkundliche Museum" befindet sich im Historischen Speicher gleich hinter dem Alten Rathaus im Stadtkern von Wilster. Früher diente der Speicher dem Alten Rathaus von 1585 zur Aufbewahrung eingelagerter Waren. Heute ist dort das Museum eingerichtet. Der Speicher bildet mit seinem Fachwerk, der Krananlage, der Klön-Dör und der wieder eingebauten Gefängnistür den würdigen Rahmen für die auf drei Ebenen gezeigte Dauerausstellung über die Tier- und Pflanzenwelt der Wilstermarsch.

Die obere Etage zeigt uns die Torf- und Marschlandschaft mit den dort lebenden Tieren und ein Schilf-Feuchtgebiet sowie einen traditionellen Wilstermarschbauernhof. In der ersten Etage werden Tiere aus Feld und Flur wie Hase, Fuchs, Reh, Raubvögel, Schwan, Uhu u. a. m. in ihrem Lebensraum vorgestellt. Diese Sammlung wurde mit vielen eigenen Präparaten von der Jägerschaft eingerichtet.

Der untere Bereich, gestaltet durch den NABU Wilstermarsch, bietet den Besuchern neben dem jeweiligen "Vogel des Jahres", viele heimische Tiere, auch einige Fische unserer Gewässer. Große Beachtung finden immer die schwebenden Nonnengänse, Familie Storch und das lebende Bienenvolk mit der Einsicht in den Bienenstock. Es ist ein Erlebnis, sich im "Historischen Museum" von der Tier- und Pflanzenwelt verzaubern zu lassen und sich von den Mitgliedern des Hegerings und NABU fachkundliche Auskünfte und Ratschläge für den heimischen Tierschutz einzuholen.

Auch stehen dort selbstgebaute Nistkästen und Futtersilos für jede Art von Vögeln zum Verkauf. Ganz besonders lohnt sich der Besuch für Familien mit Kindern sowie Kindergartengruppen und Schulklassen. Der Eintritt ist frei, jedoch freut man sich über eine Spende, die für die Unterhaltung und zur Erweiterung des Museums genutzt wird.


Öffnungszeiten: Jeden 1. und 3. Sonnabend im Monat von 10:00 bis 12:00 Uhr und bei allen Veranstaltungen und verkaufsoffenen Sonntagen, Gruppen nach telefonischer Vereinbarung unter: 04823 565 oder 04823 777. Ein Besuch im Rahmen von Stadtbesichtiungen wird ebenfalls angeboten.

Quelle: Steinburger Jahrbuch 2010 - Peter Kock