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Trichter Wilster
Trichter in Wilster


Im Jahre 1788 ließ sich der Kanzleirat und reiche Bankier Michaelsen auf einem großen Gelände gegenüber der Wilsteraner Kirche einen außerordentlich prunkvollen Bau im klassizistischen Stil mit einem spätbarocken Portal und einem Kupferdach errichten. Zu dem Gebäude gehörte ein großer gleichmäßiger Garten mit einem Gartenhaus. Die Familien Doos und Michaelsen waren mit Georg Sonnin (einem der bedeutendsten Baumeister seiner Zeit) befreundet, so dass es gut vorstellbar ist, dass Georg Sonnin an der Planung und am Bau mitgewirkt hat. In der damaligen Zeit galt das Bürgerhaus des Kanzleirates Michaelsen als eines der schönen Herrensitze in Schleswig-Holstein. Es bestach durch die beiden Außenfreitreppen, das spätbarocke Portal sowie die Eingangshalle in weißem Marmor mit massiven dorischen Säulen und das imposante Treppenhaus. Ein Teil der Inneneinrichtung stammte wie auch beim Dooschen Palais aus dem abgerissenen Schloss bei Drage.

Im Jahre 1826 wurde das Bürgerhaus von der Stadt Wilster auf Abbruch verkauft, da die Erben keine Verwendung für das Gebäude hatten und auch kein Geld vorhanden war, um das Gebäude zu erhalten. Der wohlhabende Itzehoer Kaufmann Carsten Hinrich Meyer erwarb das Haus und ließ es in Itzehoe in der Reichenstraße wieder aufstellen, wo es nach einer wechselvollen Geschichte unter Denkmalschutz gestellt wurde und auch heute noch zu bewundern ist. Das im Jahre 1777 im Rokokostil erbaute Gartenhaus beherbergte einen großen Keller mit Küche, oben gab es einen Gartensaal, Flur, Treppe und zwei Stuben. Der zierliche Bau war außerdem mit einem kleinen Turm mit Glockenspiel ausgestattet. Dieses Gebäude hat die Jahrhunderte überlebt und wird heute als Gaststätte genutzt.

Quelle: Broschüre 725 Jahre Stadt Wilster aus dem Jahr 2007