Willkommen auf der Website des Förderverein Historische Rathäuser in Wilster e.V.

Zwischen Nord-Ostsee-Kanal, Stör und Elbe kommen Freunde historischer Bauten auf ihre Kosten. Zwischen diesen drei Gewässern liegt die Marschenstadt Wilster, die gleich zwei historische Rathäuser mit einer langen Geschichte beheimatet. Das 4.500 Einwohner zählende Wilster erhielt bereits 1282 die Stadtrechte und gehört damit zu den ältesten Städten Schleswig-Holsteins.

Wilster ist das Unterzentrum der Wilstermarsch, einer Region, die unter dem Meeresspiegel liegt und durch den gleichnamigen Käse in weiten Teilen Deutschlands bekannt ist. Im historischen Stadtkern laden die große St. Bartholomäus-Kirche sowie die beiden historischen Rathäuser zu einer geschichtlichen Reise in die Vergangenheit ein. Direkt an einem verrohrten Seitenarm der Wilster-Au liegt das „Alte Rathaus“ von 1585. Das Gebäude ist ein Relikt des wirtschaftlichen Aufschwungs Wilsters im 16. Jahrhundert, der durch den Fernhandel mit Schiffen entstand. Ende des 18. Jahrhunderts erhielt Wilster weitere historische Bauten, die noch heute zu besichtigen sind. Zum einen die St. Bartholomäus-Kirche am Marktplatz sowie das Doos’sche Palais in der Rathausstraße. In diesem Gebäude lebte die Etatsrätin Charlotte Doos mit ihrem Mann, dem Kanzleirat Johann Hinrich Doos bis zu ihrem Tode.

Es gilt als eines der stattlichsten Bürgerhäuser des späten 18. Jahrhunderts in Schleswig-Holstein. Der spätbarocke Backsteinbau wurde als zweistöckiges Palais mit Mansardendach konzipiert. Da Charlotte Doos keine Erben hatte, vermachte sie nach ihrem Tod im Jahr 1829 ihr Palais der Stadt Wilster. Dieses sollte als Wohnsitz für den jeweiligen Bürgermeister und als Sitz der Stadtverwaltung dienen und wurde somit zum „Neuen Rathaus“. Im Doos’schen Palais befand sich bis zum Jahr 2005 das Rathaus der Stadt Wilster mit seiner gesamten Verwaltung. Seitdem bildet die Stadt Wilster mit dem Amt Wilstermarsch eine Verwaltungsgemeinschaft und zog in ein größeres Amtsgebäude um. Nach diesem Umzug konnte Wilster mit einer einzigartigen Besonderheit aufwarten – es gibt gleich drei Rathäuser! Seit 2006 ist die Stadtbücherei im Neuen Rathaus beheimatet.

Im festlichen Spiegelsaal in der ersten Etage finden regelmäßig standesamtliche Trauungen statt, zudem veranstaltet der Verein „Leselust“ im Spiegelsaal monatliche kostenlose Autorenlesungen. Erst im letzten Jahr wurden fünfj ährige Sanierungsarbeiten im Auftrag des Denkmalschutzes im Gartensalon des Gebäudes erfolgreich abgeschlossen. Von dort aus bietet sich ein weiter Blick in den hinter dem Palais gelegenen Bürgermeistergarten. Kunsthistoriker waren bei der Vorstellung der renovierten Räumlichkeiten begeistert. Eine umfangreiche Bibliothek der Familie Doos wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in das Alte Rathaus ausgelagert. Im Speicher hinter dem Alten Rathaus befindet sich außerdem ein sehenswertes Naturkundemuseum, welches ebenfalls besichtigt werden kann. Die beiden Rathäuser liegen nur 300 Meter auseinander und können bequem zu Fuß erreicht werden.

Vielen Bürgern der Stadt Wilster liegen diese beiden historischen Schätze sehr am Herzen, und so gründete sich im Jahr 2008 der Förderverein „Historische Rathäuser in Wilster e.V.“ Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, Gelder zu sammeln und Gespräche mit dem Denkmalschutz zu führen, damit diese Schätze vergangener Zeiten erhalten bleiben. Durch die Initiative des Vereins konnten unter anderem ein Treppenaufgang saniert, Zierkugeln auf dem Dach erneuert und die Rathausuhr repariert werden. Auf Anfrage bieten Mitglieder des Fördervereins Führungen durch beide Rathäuser an.

Anfragen sind zu richten an den Vorsitzenden Holger Stamm unter Telefon 04823 921040 oder per e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Der Stadtkern von Wilster versprüht einen speziellen Kleinstadt-Charme und bietet auch Möglichkeiten bei Speis und Trank zu verweilen. Als perfekter Abschluss eines Ausflugs ins 18. Jahrhundert bietet sich der Besuch im italienischen Restaurant „Zum Trichter“ an, das sich im ehemaligen Gartenhaus der Etatsrätin Doos befindet.

Text: Ulf Güstrau, Fotos: Ulf Güstrau/Nightflyer