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Naturschützer ziehen sich zurück
Nabu-Gruppe wird die Arbeit zu viel: Stadt, Kleingärtner und Rathaus-Verein wollen Aufgaben übernehmen
Wilster

Peter Kock ist seit 13 Jahren Vorsitzender der Nabu-Gruppe Wilstermarsch. Jetzt aber wird dem 79-Jährigen diese Aufgabe im Naturschutzbund Deutschland allmählich zu schwer. „Ich habe keine Lust mehr“, erklärte er.

 

Die Pflege und Betreuung der Grünanlagen vor dem Naturkundlichen Heimatmuseum im Speicher des Alten Rathauses hat er deshalb an die Stadt Wilster zurückgegeben. Die Pflege der Biotope am Brook und das jährliche Beschneiden der Kopfweiden hat der Kleingärtnerverein übernommen. Für die Betreuung des Museums hat der Rathaus-Förderverein seine Bereitschaft angekündigt. Das teilte Peter Kock in der Hauptversammlung mit. Turnusmäßig stand Beisitzer Uwe Carstensen zur Wahl, der einstimmig wiedergewählt wurde. Die Mitgliederzahl halte sich stabil bei 135 Nabu-Mitgliedern, berichtete Peter Kock. Ein Jahr mit viel Arbeit liege hinter dem Wilsteraner Nabu. Gemeinsam mit der Jugendgruppe, der zwölf Kinder und Jugendliche angehören, habe man im vergangenen Jahr 120 Nistkästen in der Stadt kontrolliert und gereinigt. „Die Kästen sind aber immer weniger belegt“, resümierte Peter Kock. Er schob den schwarzen Peter der Stadt Wilster zu, deren Mitarbeiter insbesondere die Blütensträucher so stark zurückschneiden, dass sie keine Blüten und Beeren mehr trügen. „Wo sollen die Vögel noch Futter finden?“, fragte Kock. Der Nabu habe im Winter rund 160 neue Nistkästen und zwölf Fledermauskästen gebaut. Sie würden jetzt für zehn Euro pro Stück abgegeben.

Peter Kock dankte allen Helfern, ohne die die Vereinsarbeit nicht zu leisten sei. Das Museum sei im letzten Jahr saniert worden und habe deshalb ganzjährig geschlossen bleiben müssen. Einige Tierpräparate seien durch finanzielle Unterstützung der Bingo-Lotterie erneuert worden. In der Wilstermarsch zählte der Nabu im vorigen Jahr 20 Schleiereulenpaare mit 95 Jungtieren und sieben Turmfalkenpaare. Im vergangenen Jahr musste der Nabu seine Finanzreserven angreifen, um die Investitionen bei der Sanierung des Museums tätigen zu können. Wie Schatzmeister Hans-Otto Wulf vortrug, verringerte sich das Vermögen deshalb von knapp 5000 auf 3400 Euro.

Christa Kock, die die Jugendarbeit leitet, kündigte an, dass die monatlichen Treffen in der Vereinslaube an jedem zweiten Donnerstag im Monat von 18 auf 19 Uhr verschoben worden seien. Vor allem das Spielen und Lernen mache dem Nabu-Nachwuchs viel Spaß.

In diesem Jahr seien wieder eine Ausfahrt sowie das Pflanzen eines Baumes zum „Tag des Baumes“ geplant. Der Nabu Wilstermarsch pflegt bei seinem Veranstaltungsangebot nicht nur die Zusammenarbeit mit benachbarten Ortsgruppen des Kreises, sondern hat auch eigene Veranstaltungen im Angebot. Darauf wies Horst Tobias hin. So lädt er am 17. Mai zur Vogelbeobachtung im Kleingarten (19 bis 20 Uhr) und am 14. Juni zur Vogelstimmenwanderung im Herrenmoor (20 bis 21.30 Uhr) ein.

Jochen Schwarck